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Die Schöpfung bewahren helfen

08.05.2015 - 0 Kommentare

 

Schmalkalden. Hinreißender hätte man es wirklich nicht formulieren können: „Wir staunen über Löwenzahn und Gänseblümchen, über jeden Grashalm – wie rätselhaft schön ist das, was ich sehen, schmecken und anfassen kann – alles, was, du Herr gemacht hast, singt vom Leben", damit hatte der katholische Pfarrer Joachim Kramer aus Gerstungen genau die richtigen Worte zum Beginn des ökumenischen Gottesdienstes auf der Landesgartenschau gefunden. Die geistliche Stunde stand ganz im Zeichen der Schöpfung.

 

 

 

Als Landesbischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck schaffte es Martin Hein sogar den zwischenzeitlichen Regenschauer wegzureden. Und siehe da, als er auf die Auferstehung als der Hoffnung der Christen zu sprechen kam, lugte sogar die Sonne zwischen Wolken hervor. Doch Spaß beiseite: In das Zentrum seiner Predigt hatte der Bischof die alttestamentliche Geschichte vom Garten Eden gestellt, in den hinein Gott seine Geschöpfe setze. Mit dem Auftrag: Den Garten zu bewahren und zu bebauen. Das derzeitige Blühen und Grünen in der Natur rühre die Herzen der Menschen an, lasse sie das Leben ganz bewusst genießen. „Alles hat seine bestimmte Zeit", formulierte der Bischof.

 

 

 

 

Bunt und lebensfroh

 

 

 

 

Bis zum Herbst ist eine Gartenzeitreise in Schmalkalden möglich. Gerade hier sei ein buntes und lebensfrohes Bild zu finden. „Und wir als Kirche sind mittendrin dabei", sagte der Bischof. Um ein Staunen käme man nicht herum und gerade dieses Staunen führe zu Gott. Denn: „Wir werden angeregt, unsere Lebenszeitreise zu bedenken."

 

Im Himmelzelt könne man fortan Verweilen und beim Anblick der Schöpfung möglicherweise Gottes Spuren im eigenen Leben entdecken und dafür dankbar sein. Der Garten Eden verdeutliche, dass „wir alle unser Leben nicht uns selbst verdanken. Wir sind zur Welt gekommen und als Christen glauben wir, dass Gott hinter diesem Ereignis steht." Und so bliebe ein jeder ein Geschöpf, dessen Zeit auf der Welt begrenzt sei und mit der Bestimmung, den Garten zu bebauen und zu bewahren.

 

Den Klimawandel im Blick appellierte der Bischof an die Gläubigen: „So kann es nicht weiter gehen – noch ist es nicht zu spät zum Umdenken." Die Erde dürfe nicht ausgebeutet werden, sondern mit den Gaben, die die Schöpfung bereit halte, müsse man sorgsam umgehen. Auch dazu könne manch eine Begegnung auf der Landesgartenschau anregen.

 

Die alttestamentliche Erzählung vom Garten Eden sei sehr aktuell. Denn: „Alles Leben in und mit uns verdankt sich Gott und weil das so ist, deshalb übernehmen wir Verantwortung gegenüber der Schöpfung."

 

 

 

 

Projekt Lebenszeitreise

 

 

 

 

 

Dekan Ralf Gebauer bezeichnete das kirchliche Projekt mit dem Titel „Lebenszeitreise", in dessen Rahmen sich die Kirchen auf der Landesgartenschau präsentieren, als einmalig und ganz großen Gewinn. Musikalisch umrahmt wurde der Gottesdienst von einer Bläsergruppe unter Leitung von Kantor Andreas Conrad. Annett Recknagel

 

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