
In Speele gehen Wünsche in Erfüllung
Lautstark und fröhlich klingt es aus dem Haus Waldfried in Speele „Danke für diesen guten Morgen". Noch beschwingter wird es, als Shanna Pazukewitsch einen russischen Kinderchoral anstimmt. Mit der Singstunde beginnt heute das Programm der 11. Ferienfreizeit für Kinder aus den verstrahlten Gebieten Weißrusslands und der Ukraine, die hier an der Fulda nördlich von Kassel stattfindet. Als der letzte Ton verklungen ist, gibt es kein Halten mehr. Alle wollen Ingrid umarmen, drängen um sie herum, bis sie jedem ein Lächeln, ein Streicheln, eine kleine Umarmung gegeben hat. Ingrid Rathgeber haben sie zu verdanken, dass sie hier sind. Mit ihrem kleinen Verein „Hilfe für Kinder in Not nach Tschernobyl e.V." stellt sie jedes Jahr die vierwöchige Freizeit auf die Beine, damit sich die Kinder aus ärmsten Verhältnissen hier bei frischer Luft und gutem Essen ein wenig von ihrem oft traurigen Alltag in ihrer noch immer strahlenverseuchten Heimat erholen können. Für die 33 Kinder, die zu Hause auf engstem Raum mit ihren Familien unter schlimmen Bedingungen wohnen, ist das Haus Waldfried ein kleines Paradies. Im Wald können sie sich austoben, eine Tischtennisplatte wird gerne genutzt und es gibt sogar ein kleines Schwimmbecken, in dem es sich gut plantschen lässt. Das Team, das aus Weißrussland mit anreist, die deutschen Helfer und nicht zuletzt Ingrid Rathgeber sorgen für ein abwechslungsreiches Programm. Dank großzügiger Spender geht es unter anderem zum Edersee zur Schifffahrt und zum Wildpark, ein Tag in der Kinderstadt Göttingen steht an und die Volksbank Besse zeigt den Kindern, wie das Geld in den Automaten kommt. Untersuchungen und Behandlungen beim Zahnarzt sind zwar nicht so beliebt, dafür aber umso nötiger. Auch erhalten alle Kinder eine kostenlose Blutuntersuchung und benötigte Wie die vielen Ausflüge, kos- Dabei ist dies nur eins von 35 Projekten, die die 73-Jährige in Weißrussland und der Ukraine betreibt. Sie betreut und unterstützt Familien mit Kindern, die in Not geraten sind, Familienwaisenhäuser und neuerdings auch ein Behindertenzentrum für Jugendliche in Bragin. Mindestens einmal jährlich bereist Ingrid Rathgeber die Länder, um sich zu versichern, dass die Gelder auch gut angelegt sind. Mit Hilfe der adventistischen Gemeinden vor Ort werden die finanziellen Hilfen verteilt und neue Projekte angeregt. Immer wieder sind es Einzelschicksale, die an der Seele rühren. Wie ein Schatten verfolgt der kleine Genja mit seiner neuen Melodika „seine" Ingrid. Immer wieder möchte er umarmt und geherzt werden. Die Eltern des stark sehbehinderten Jungen sind alkoholkrank, die einzige, die sich ein wenig kümmert ist die Großmutter. Gemeinsam mit seinem blinden Freund Wladik probiert er heute die neuen Instrumente aus, die sie von Spendern geschenkt bekommen haben. Eine Gitarre war Wladiks größter Wunsch. In Speele gehen viele Wünsche in Erfüllung, wenigstens einmal dank Ingrid Rathgeber und der hoffentlich weiterhin großzügigen Spender.
Britta Gutsch Hilfe für Kinder in Not nach Tschernobyl e.V., Vorsitzende Ingrid Rathgeber, Tel.: 0561/12121, Spendenkonto: 957 844 bei der Kasseler Bank (BLZ 520 900 00)
Medikamente.
tet natürlich auch die Unterbringung und Anreise eine Menge Geld, das Ingrid Rathgeber durch ihren unermüdlichen Einsatz für ihre Schützlinge immer wieder auftreibt. Viele Sachspenden, wie Kleidung, Schuhe, Spielzeug, Fahrräder oder auch Obst und Gemüse aus Speeler Gärten helfen zum Gelingen der Ferienfreizeit.


