
Ein Unentschieden zwischen den Kantoren
Dillenburg. Unentschieden ist der jüngste Orgelwettstreit der beiden Dillenburger Kantoren Joachim Dreher und Karl-Peter Chilla ausgegangen. Am Pfingstsonntag stellten sie die beiden großen Orgeln mit einem Vergleichskonzert vor. Rund 50 Kirchenmusikfreunde hörten sich die Darbietungen in der katholischen und in der evangelischen Stadtkirche an. Zum fünften Mal hatten die beiden renommierten Dillenburger Kantoren zu dem Wettstreit im Rahmen eines gemeinsamen Konzerts eingeladen. Wie gewohnt spielten sie abwechselnd. Jeder durfte an der Orgel der „Konkurrenz" musizieren. Los ging es diesmal im katholischen Gotteshaus. An der großen Klais-Orgel eröffnete Dreher mit einer Suite von Nicolas de Grigny (1671 bis 1703) über den Pfingst- Als Vergleichsstück für den Orgelwettstreit hatten die Kantoren eines der großen Leipziger Präludien von Johann Sebastian Bach (1685 bis 1750) ausgesucht. Das ausgewählte Werk, Präludium G-Dur, bildete sowohl den Abschluss in der katholischen Kirche, zu dem Joachim Dreher auch die Fuge spielte, als auch Auftakt in der evangelischen Stadtkirche. Für das Spiel an der Oberlinger-Orgel in dem Gotteshaus aus dem 15. Jahrhundert gab es noch ein weiteres Werk des großen Komponisten Bach. „Herr Jesu Christ, dich zu uns wend" gehört zu den so genannten „18 Leipziger Chorälen", in denen Bach auf unterschiedliche Weise die jeweilige Liedmelodie verarbeitet hat. Drehers letzter Konzertbeitrag des Orgelwettstreits widmete sich Dietrich Buxtehude (1637 bis 1707). Den Pfingstchoral „Komm Heiliger Geist" hat Buxtehude mit einer stark verzierten Solostimme gestaltet. Chilla und Dreher setzten gemeinsam Akzente, als sie die Sonate C-Dur für Orgel und Cembalo von Carl Philipp Emanuel Bach vorstellten. Am Ende des fünften Orgelwettstreits gab es noch mal „was auf die Ohren". Chilla servierte den Zuhörern zum Abschluss Nicolas Jacques Lemmens„ (1823 bis 1881) „Marche Pontificale" und sorgte damit für ein fulminates Finale an der Oberlinger-Orgel. Katrin Weber
hymnus „Veni Creator spiritus" („Komm Heiliger Geist, der Leben schafft"). Auch Karl-Peter Chilla bewies, dass er die Klais-Orgel bestens beherrscht. Carl Philipp Emanuel Bachs (1714 bis 1788) Sonate Nr. 3 F-Dur entstand in der Berliner Zeit des Komponisten.


