
B. Braun spendet für Haiti
Melsungen. Mitarbeiter der B. Braun AG weltweit haben für die Erdbebenhilfe in Haiti 114.208,28 Euro gespendet. Die B. Braun Melsungen AG ist ein deutsches Pharma- und Medizinbedarfs-Unternehmen.
Das Unternehmen hat den gespendeten Betrag der Mitarbeiter auf 230.000 Euro verdoppelt und der Diakonie-Katastrophenhilfe zum Bau eines Krankenhauses in Haiti überreicht.
Die Betroffenheit der Mitarbeiter in den einzelnen Betrieben sei groß gewesen, so dass man sich spontan entschloss, für die Opfer zu sammeln, berichtet Sonja Siebert vom Betriebsrat in Melsungen. Sogar der ehemalige Betriebsratsvorsitzende Peter Hohmann habe anlässlich seines 70. Geburtstages auf Geschenke verzichtet und zur Spende für Haiti gebeten. Man sei stolz und dankbar, dass so eine große Summe zusammenkam, betont Prof. Dr. h.c. Ludwig Georg Braun, Vorstandsvorsitzender von B. Braun. Ihm ist besonders wichtig, dass mit der Diakonie-Katastrophenhilfe eine Organisation den Aufbau vorantreibt, bei der man sicher sein kann, dass das Geld korrekt verbaut wird. Ludwig Georg Braun legt weiter Wert darauf, dass einheimische haitianische Bauarbeiter bei dem Bau eingesetzt werden und dadurch Arbeit haben. Die weltweite Vernetzung des Weltkonzerns bringe es ebenfalls mit sich, dass man in der Lage sei, beim Aufbau und Unterhalt unterstützend zur Seite zu stehen. „Wo Schlechtes geschah, soll nun Gutes wachsen", so Braun.
„Der Aufbau eines zentralen Krankenhauses und die Einrichtung einzelner Erste Hilfe-Stationen direkt vor Ort, gewährleistet eine gute Betreuung der Bevölkerung", betonte Stefan Stautner von der Diakonie Katastrophenhilfe. Bisher würden die meisten der 70.000 Haitianer in der Gegend von Bainet noch in Notunterkünften und Zelten versorgt, so Stautner.
Bei dem neuen Krankenhaus in Bainet handelt es sich um eine Station mit elf Betten, einem Labor und zwei Untersuchungsräumen, in der insgesamt 30 Menschen beschäftigt sind. Weiter sollen vier sogenannte Gesundheitsposten in der ländlichen Region um Bainet nach dem Erdbeben wieder instand gesetzt oder neu gebaut werden. Die Maßnahmen könnten durch die B.Braun-Spende verwirklicht werden.
Stautner dankte den Mitarbeitern und der Geschäftsleitung von Herzen und betonte: „Diese Spende ist die größte Mitarbeiterspende aus einem Betrieb, die beim Diakonischen Werk eingegangen ist!"
Landesdiakoniepfarrer Dr. Eberhard Schwarz freute sich mit Betrieb, Geschäftsführung und der Diakonie, dass so eine erhebliche Spende möglich wurde. Schmunzelnd erzählte Ludwig Georg Braun nach Übergabe des Schecks, dass sein Ur-Ur-Ur-Großonkel einst dem damaligen haitianische König einen Reitstall bauen sollte. Die Pläne seien nie Wirklichkeit geworden. „Hoffen wir, dass es mit dem Krankenhaus einen besseren Verlauf nehmen wird." „Da sind wir sicher", meinten Eberhard Schwarz und Stefan Stautner.
Reinhard Heubner


