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Kapelle wird um den Altar gebaut

20.05.2010 - 0 Kommentare

Langenseifen. Im Rheingau-Taunus-Kreis in Langenseifen wurde der Grundstein für den Neubau einer Kapelle gelegt. Bereits vor fünf Jahren war eine 3,92 Meter hohe Altarstele aus Basaltlava auf dem freien Feld gesetzt worden. Um diesen tonnenschweren Stein wird jetzt die kleine Kapelle drum herum gebaut, der Altar ragt dann nur noch etwa einen Meter hoch in den Gottesdienstraum.
In der Feierstunde würdigte Propst Dr. Sigurd Rink den starken Willen der Langenseifener. „Mit dem Neubau setzen Sie ein deutliches Signal, dass man hier miteinander Gott feiern will“, so Rink und lobte ausdrücklich, dass die aus verschiedenen Ortsteilen bestehende Kirchengemeinde gemeinsam an einem Strang gezogen habe. Dekan Klaus Schmid bezeichnete den Tag als „historischen Moment“ und ein einzigartiges Erlebnis, das wohl keiner der Anwesenden noch einmal erleben werde. „Die Langenseifener machen alles anders“, ermutigte Schmid die Zuhörer. Allenthalben würde aus den kleinen Orten alles abgezogen, von der Verwaltung über Ärzte und Lebensmittelläden, in anderen Ländern sei es gar gang und gäbe, dass Kirchen in Museen, Restaurants oder Diskotheken umgewandelt würden. Allein in Langenseifen baue man eine Kapelle. Es ist – neben der Kirche im Frankfurter Neubaugebiet Riedberg – der einzige Kirchenneubau in der EKHN.
Bereits am Bußtag des Jahres 1910 hatte die damalige Gemeinde beschlossen, eine kleine Kapelle zu bauen, in der alle zwei bis vier Wochen ein Gottesdienst abgehalten werde solle. Freilich umsetzen konnte man diesen Beschluss bislang nie. Mangelnde finanzielle Mittel, die Weltwirtschaftskrise oder auch Unstimmigkeiten zwischen den zur Kirchengemeinde Bärstadt gehörenden Ortsteilen verhinderten lange die Umsetzung. Erst im Jahr 2001 konnte man den Neubau tatsächlich in Angriff nehmen.
Die Idee, erst den Altar zu bauen und dann die Kapelle drum herum war die Idee der Architektin Barbara Schmid. Die größte Herausforderung sei es aber gewesen, den Bau in das enge finanzielle Korsett einzupassen. 330.000 Euro kostet der Holzbau, in dem später etwa 60 Personen Platz finden und in dem nicht nur Gottesdienste gefeiert werden sollen. Pfarrer Eberhard Geisler versteht den Neubau, trotz so mancher kritischer Stimme, als „Zeichen gegen die allgemeine depressive Grundstimmung“.

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