Jeder braucht jemand, der ihn versteht

11.04.2012 - 0 Kommentare

Vor zwei Wochen genoss ich mit einem Freund den Schnee in Österreichs Pitztal. Viel Sonne begleitete uns beim Skilaufen. Das Hotel war nett und jeden Morgen gab´s zum Frühstück neben Brötchen, Wurst und Käse sogar eine Tagespost.
Das Wichtigste in der „Hotelpost“ war natürlich die Menüauswahl für den Abend, dann das Wetter und der Hinweis auf den Rodelabend. Vorne auf dem Deckblatt stand, zu lesen wahrscheinlich beim 2. Brötchen und der dritten Tasse Kaffee, etwas zum Nachdenken. Da las ich: In einer Tierhandlung war ein großes Schild zu lesen, auf dem stand: „Welpen zu verkaufen.“ Ein kleiner Junge kam vorbei und sah das Schild. Da der Ladenbesitzer gerade an der Tür stand, fragte er ihn: „Was kosten die Hundebabys?“ „Zwischen 50 und 80 Euro“, sagte der Mann. Der kleine Junge griff in seine Hosentasche und zog einige Münzen heraus. „Ich habe 7 Euro und 65 Cent“, sagte er. „Darf ich sie mir bitte anschauen?“
Der Ladenbesitzer lächelte und pfiff nach seiner Hündin. Fünf kleine Hundebabys stolperten hinter ihr her. Eines von ihnen war deutlich langsamer als die anderen und humpelte auffällig. „Was hat der Kleine dahinten?“ fragte der Junge.
Der Ladenbesitzer erklärte ihm, dass der Welpe einen Geburtsschaden hatte und nie richtig laufen würde.
„Den möchte ich kaufen“, sagte der Junge. „Also den würde ich nicht nehmen, der wird nie ganz gesund“, antwortete der Mann. „Aber wenn du ihn unbedingt willst, schenke ich ihn dir.“
Da wurde der kleine Junge wütend. Er blickte dem Mann direkt in die Augen und sagte: „Ich möchte ihn nicht geschenkt haben. Dieser kleine Hund ist jeden Cent wert, genauso wie die anderen auch. Ich gebe Ihnen meine 7,65 Euro und werde jede Woche einen Euro bringen, bis er abbezahlt ist.“
Der Mann entgegnete nur: „Ich würde ihn wirklich nicht kaufen – er wird niemals in der Lage sein, mit dir zu rennen und zu toben wie die anderen.“
Da hob der Junge sein Hosenbein und sichtbar wurde eine Metallschiene, die sein verkrüppeltes Bein stützte. Liebevoll auf den Hund blickend sagte er: „Ach, ich renne selbst auch nicht gut und dieser kleine Hund wird jemanden brauchen, der ihn versteht.“
Wir gehen in die Karwoche. Wer weiß noch, was das ist Palmsonntag, Gründonnerstag und Karfreitag? Wir erklären Ihnen, warum diese christlichen Tage so wichtig sind. Und damit Sie die Leidensgeschichte nachlesen können, haben wir diese auf Titel- und Rückseite abgedruckt. Die Passionsgeschichte gehört zu den eindrücklichsten Geschichten der Weltliteratur. Jede Szene – von Jesus im Garten Gethsemane bis zur Kreuzigung – ist von geradezu klassischer Bedeutung.
Und manche Worte über den leidenden Jesus prägen sich unvergesslich ein: „Seht, welch ein Mensch!“

Reinhard Heubner

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