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Diakonie ist mitten im Leben

19.01.2012 - 0 Kommentare

Kassel. Es roch nach frischer Farbe in den neuen Räumen des Zentrums für Sucht- und Sozialtherapie an der Frankfurter Straße in Kassel. Das Diakonische Werk Kassel feierte vergangene Woche die Eröffnung der neuen Räumlichkeiten in der Kasseler Südstadt und die Handwerker arbeiteten bis zuletzt. Im ehemaligen Gemeindezentrum der Johanniskirche werden jetzt Menschen mit Suchtproblemen ebenso wie wohnungslose Personen beraten. Auch die Evangelische Wohnraumhilfe ist dort angesiedelt. Im Rahmen des Eröffnungsgottesdienstes wurde der langjährige Abteilungsleiter und stellvertretende Geschäftsführer des Diakonischen Werks Dieter Baumann offiziell in den Ruhestand verabschiedet.
Seit 1984 arbeitete Dieter Baumann für das Diakonische Werk in Kassel. Er fing als Suchtberater an und wurde bald Abteilungsleiter. „Sie haben nie den Bezug zur Praxis und den Menschen verloren“, lobte Dekanin Carmen Jelinek seine Einstellung. „Mit Ihnen geht der Innenminister des Diakonischen Werks Kassel“, sagte Pfarrer Gerd Bechtel, der Geschäftsführer des Diakonischen Werks Kassel. In den letzten Jahren hat er sich um das Qualitätsmanagement ebenso gekümmert, wie ums Controlling und die Vernetzung zwischen den verschiedenen Arbeitsbereichen des Werkes. Das neue Zentrum, das die 28 Mitarbeitenden aus der Goethe- und Herrmannstraße in einem Gebäude zusammenführt, hat Baumann vorangetrieben. Die Suchtberatung ist am Standort in der Frankfurter Straße „mitten im Leben“, betonte Landesdiakoniepfarrer Eberhard Schwarz. Im umgebauten ehemaligen Gemeindezentrum der Johanniskirchengemeinde soll es auch in Zukunft Gottesdienste geben, sagte Gemeindepfarrer Holger Wieboldt. Mit dem evangelischen Kindergarten, dem Diakoniezentrum, der Ausgabestelle der Gesegneten Mahlzeit und dem Stadtteilzentrum soll ein Treffpunkt für Menschen aus der Südstadt entstehen. „Kirchenvorstand und Kirchengemeinde haben ja gesagt zu den Veränderungen im Stadtteil“, freute sich Dekanin Barbara Heinrich aus Kassel.
Einige hundert Menschen suchen jährlich die Suchtberatung auf. Mit der Beratung für Menschen mit Glückspielsucht war die Beratungsstelle ein Vorreiter in Deutschland. Seit einigen Jahren kümmert sich ein Modellprojekt um Jugendliche und Erwachsene, die nicht vom Computer los kommen. Mehr Platz haben die Mitarbeitenden in den neuen Räumlichkeiten. Die neue Leitung übernimmt Martin Schenker zusammen mit seiner Stellvertreterin Petra Hammer-Scheuerer.
Karsten Leonhäuser

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