
Die Insel meiner Träume
Frau Weißhaar kämpft mit dem Wind am Strand, Herr Lichte musiziert am Klavier, Frau Teuteberg lehrt Frau Steinbach die Kunst des Rummicup-Spielens, und Herr Böde freut sich über den wiedergefundenen Schirm. Es ist eine fröhliche Truppe, die 40 Damen und Herren der Kasseler Sonntagsblatt-Leserreise nach Borkum.
„Die Insel meiner Träume ist Borkum nur allein“, klingt es morgens und am späten Nachmittag über den Strand der Nordsee-
insel. So lange die Sonne scheint, hat keiner der Gäste im CVJM-Haus Victoria was dagegen. Das Gästehaus ist verschönert und deutlich freundlicher geworden. Man lässt sich verwöhnen und wird verwöhnt. Herbert Berninger und Elisabeth Schaumann strampeln mit nie nachlassender Freude gegen den Wind, wohin die Wege durch die Dünen auch immer führen mögen.
Mit Pferd und Wagen geht es derweilen bei herrlicher Altweibersonne zum Ostland. Ob Rollator oder Stock, alles kommt auf den Wagen. Hanna Spengler und Helga Jung lassen sich als Tortenkennerinnen nach überstandener Kutschfahrt in die Kunst der ostfriesischen Torten einweihen. Es gibt mächtig Sahne mit Sanddorngeschmack. Alles gesund. Es schmeckt den Gästen aus dem Hessenland.
Reiseleiter Pfarrer Reinhard Heubner erklärt allmorgendlich die Unterschiede der verschiedenen großen Religionen, doch Frau Fröhlich will wissen, warum der Papst rote Schuhe trägt. Ganz einfach, das liegt an den liturgischen Kirchenfarben. Rot ist katholisch die Farbe hoher Festlichkeit, bei den Evangelischen steht sie auch für die Reformation. Merke, Ökumene fängt bei den Schuhen an.
Frau Böttcher und Frau Möbus beschließen, nein, nicht rote Schuhe zu kaufen, sie wollen an diesem Nachmittag „Omas Teestube“ besuchen. Der Windbeutel mit Sahne ist Borkums erste Kaffeeadresse. Nur, das haben andere aus der Gruppe längst entdeckt. Die Familien Gutperl und Pressler feiern hier Geburtstag. Frau Beinhauer, Frau Kiel, Frau Burchardt und Frau Bente lassen es sich ebenfalls munden.Lilo Weidmann tankt lieber Sonne im Strandkorb, Frau Wetzlar und Frau Ochs leisten strahlend Gesellschaft.
Der Strandkorb ist 125 Jahre alt, weiß natürlich Käthe Heubner zu berichten. Den habe in Rostock der Hof-Korbmachermeister Wilhelm Bartelmann für die an Rheuma leidende Elfriede von Maltzahn entwickelt. Vom Ostseestrand in Warnemünde war es nur ein Gezeitensprung und schon liegen und lieben die Leserreisenteilnehmer mit lädierten Knien und morscher Bandscheibe den Strandkorb.
Es grüßt aus diesem
Ihr Reinhard Heubner!


