
Bischöflicher Gast in kleiner Dorfkirche
Lohfelden-Ochshausen. Ein Festgottesdienst mit Bischof Dr. Martin Hein und der „Tag es Offenen Denkmals" haben die Kirche in Lohfelden-Ochshausen für einen Tag in den Mittelpunkt gerückt. Das älteste Gotteshaus der Gemeinde, das vermutlich aus dem 12. Jahrhundert stammt, war gut gefüllt, als Pfarrer Klaus-Dieter Inerle Bischof Hein „zum ersten Besuch eines evangelischen Bischofs" in der kleinen Dorfkirche willkommen hieß. Hein erinnerte in seiner Predigt an die schicksalhaften Ereignisse des 11. September 2001. Auf dem Weg nach Erfurt erfuhr er aus dem Radio von den Terroranschlägen in Amerika. „In Erfurt angekommen, stand allen das blanke Entsetzen ins Gesicht geschrieben." Aus einer Feier im Augustinerkloster wurde ein nachdenklicher Abend. Seitdem sei es erheblich erschwert, dass sich Menschen verschiedener Religionen unbefangen begegnen. „Misstrauen und Verdacht belasten die Beziehungen untereinander und sind bei vielen das beherrschende Gefühl", sagte der Bischof in seiner Predigt. „Die Probleme in der Welt lassen sich nicht mit Gewalt lösen", fuhr er fort. Eine offene demokratische Gesellschaft brauche nicht mehr Wehrhaftigkeit, sondern Wahrhaftigkeit und Orientierung für den Zusammenhalt. „An uns Christen kann erkennbar werden, dass Religion zum Frieden und zu einem gerechten Zusammenleben hilft." Im Anschluss an den Festgottesdienst führte Walter Reuter von der Geschichtswerkstatt der Gemeinde Lohfelden durch die Kirche. Auf besonderes Interesse stieß der lange verschollene romanische Taufstein, der erst seit 1949 wieder in der Kirche steht. Bewundert wurden auch die in den 60er und 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts von Heinz Kreutz geschaffenen, modernen Kirchenfenster. Hans-Peter Wohlgehagen


