Leserbrief zu "Auf Klingsors Spuren" in Ausgabe 18

04.05.2011 - 0 Kommentare
In Ihrem durchaus lesenwerten und interessanten  Artikel über Hermann Hesse "Auf Klingsors Spuren..."vom 1. Mai 2011 behauptet Sonja Schön, Hesses Werk sei zeitlos und dadurch für alle immer und ewig gültig. Mag sein. Hierzu erlaube ich mir ein paar kurze Anmerkungen:
Hermann Hesse ist vor allem ein Dichter für junge Menschen, die sich in einer Lebens- und Sinnkrise befinden und nach einer Neuorientierung suchen. Das ganze Leben dieses Realitätsflüchtlings Hesse  ist gekennzeichnet durch Ausbruchsversuche aller Art, missglückte Beziehungen, Nervenzusammenbrüche, Alkoholexzesse, schwere Depressionen und Ruhelosigkeit. Er war ein äußerst schwieriger Mensch, egomanisch und exzentrisch. Seine Lebenserfahrungen verarbeitete der ewige Sinnsucher und Einzelgänger meisterhaft in seinen Romanen, die uns auch heute noch ansprechen. Auch die 1931 geschlossene dritte Ehe mit Ninon Doblin war zeitlebens krisengeschüttelt und alles andere als harmonisch. Von den 120 Millionen verkauften Exemplaren entfallen allerdings nur 25 Millionen auf den deutschen Sprachraum. Vor allem in Amerika ist Hermann Hesse populärer als Thomas Mann.
Karl-Heinz Hartmann, Frankenberg-Schreufa

Kommentar schreiben

Mein Probe-Abo

Schenken Sie sich gratis zwei Wochen lang zum Kennenlernen das Kasseler Sonntagsblatt.

Jetzt anfordern