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Gute Nachricht aus Hessisch Lichtenau

01.09.2010 - 0 Kommentare

Hessisch Lichtenau. Fremde Klänge hört der Besucher auf Station 6 in der Orthopädischen Klinik in Hessisch Lichtenau. „Jabio – Komm her", ruft Eshondzhon zu seinem Freund Salokhiddini auf Tadschikisch, was ein bisschen wie Persisch klingt, wenn der Besucher denn die persische Sprache kann. Beide Jungen sind 12, beide können schwer laufen und kommen aus Tadschikistan. Die einstige Sowjetrepublik, die an Kirgistan und China grenzt, ist nicht mit Ruhe und Frieden gesegnet. Eshondzhon wurde bei einem Autounfall mit einem LKW schwer verletzt, erzählt Professor Gunther Schwetlick, Chefarzt in der Diakonieklinik Hessisch-Lichtenau. Eshondzhon hat einen Spitzfuß und der Unterschenkel ist völlig deformiert, erläutert Schwetlick den Befund. Hier hilft nur eine komplizierte Operation, die sie in seiner Heimat nicht durchführen können. Da würde der Junge ein Leben lang behindert bleiben.

Sein Freund Salokhiddini ist gestürzt und sein Knie ist völlig versteift. „Auch hier hoffen wir auf eine erfolgreiche Behandlung", meint Stationsarzt Nabil Amin, der aus dem Irak stammt und sich mit den Kindern unterhalten kann. Die Hilfe für die Kinder hat das Friedensdorf International in Oberhausen organisiert. Das kümmert sich um verletzte Kinder aus Krisengebieten in Asien und Afrika. Wir haben uns den Hilfsanfragen nie verweigert. Im Gegenteil, betont der Klinikchef, wir sehen es als unseren Auftrag im Sinne christlicher Nächstenliebe, kostenlos Menschen zu helfen, wie diesen Kindern. Gewinnmaximierung kann nicht das Ziel diakonischer Arbeit sein, betont der Chefarzt.

Die Jungen haben auf der Station schon viele Freunde gefunden. Ihr Deutsch wächst von Tag zu Tag. Sie erzählen von ihren Eltern, der Schule, von den Geschwistern zu Hause, vom ungewohnten Essen, das wunderbar schmeckt, und genießen dabei die Eistüte. Sechs bis acht Wochen wird die Behandlung dauern. Dann geht´s zurück ins ferne Tadschikistan. Bestimmt mit gesunden Beinen, hoffen Professor Schwetlick und seine jungen Klinikgäste.

Reinhard Heubner

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