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"Wer gemeinsam isst, ist nicht allein"

28.03.2017 - 0 Kommentare

 

Kassel. Direkt aus der Küche frisch auf den Tisch der „Gesegneten Mahlzeit" kommt seit Anfang diesen Jahres das Essen im Kasseler Stadtteilzentrum Wesertor. Ein Team von Ein-Euro-Jobbern rund umd Küchenleiterin Kerstin von Loga sorgt dafür, dass es allen Gäs-
ten schmeckt. Von Montag bis Freitag geben hier die Mitarbeitenden täglich rund 20 Essen aus an Menschen, die sich ein warmes Essen ansonsten schlecht leisten können oder aber einfach die Gemeinschaft schätzen. Für 2 Euro bekommt man mit einem Sozialnachweis ein schmackhaftes, abwechslungsreiches Essen, alle anderen zahlen 4,20 Euro.

 

 

 

Träger dieses Angebotes ist das Diakonische Werk Region Kassel, das auch noch zwei weitere Ausgabestellen in der Auferstehungskirche und der eigenen Geschäftsstelle an der Hermannstraße betreibt.

 

Um die Differenz zwischen ermäßigtem Preis und tatsächlichen Kosten auszugleichen, sammelt der Förderverein Gesegnete Mahlzeit e.V. Mitgliedsbeiträge und Spenden ein. In diesem Jahr konnte der Verein 20?000 Euro an das Diakonische Werk übergeben und sichert damit einen guten Teil der Finanzierung des Angebotes.

 

Gerd Bechtel, Geschäftsführer des Diakonischen Werkes Kassel, zeigte sich erfreut, dass trotz der scheinbaren Fokussierung vieler Spender auf die Flüchtlingshilfe auch die Gesegnete Mahlzeit keinen Spendenrückgang zu verzeichnen hatte. Neben den Beiträgen der rund 90 Mitglieder tragen auch Einzelspenden und Kollekten von Kirchengemeinden zum Ergebnis bei. Insgesamt werden die Spenden stark aus dem kirchlichen Bereich getragen.

 

Im Mittelpunkt der Gesegneten Mahlezeit steht zwar das günstige warme Essen, das es für viele zuhause nicht gibt, weil das Geld nicht reicht, oder die Kochgelegenheit fehlt, weil es für sich alleine nicht lohnt oder zu beschwerlich ist. „Mindestens genauso wichtig ist aber auch der soziale Aspekt", gibt Pfarrerin Kerstin Hering, Vorsitzende des Fördervereins Gesegnete Mahlzeit, zu bedenken.

 

„Wenn man gemeinsam isst, ist man nicht allein", lautet ihr Credo. So wirke das Angebot gleichzeitig gegen eine Vereinsamung. Kleine Ratschläge von anderen Gästen oder Mitarbeitenden und der nette Plausch am Tisch helfen über Alltagsprobleme hinweg und sind so unbezahlbar.

 

Auch die Mitarbeitenden, die über geförderte Maßnahmen des Job-Centers beschäftigt sind, ziehen einen Mehrwert aus ihrer Tätigkeit. Der Aspekt „für andere zu arbeiten, ihnen etwas Gutes zu tun", wie Kerstin Hering es nennt, bewirke eine höhere Selbstschätzung und stoße in jedem einzelnen etwas an. So entstehe eine schöne Wechselwirkung zwischen den Mitarbeitenden und den Gästen.

 

Die Gesegnete Mahlzeit bietet einen Treffpunkt, an dem sich Menschen begegnen und Gemeinschaft erfahren. Ein Ort der Menschlichkeit und Hilfe mitten in der Stadt und das an gleich drei Stellen.

 

 

Britta Gutsch

 

 

 

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