aktuelles

Auf den Spuren von Otto Ubbelohde

06.08.2010 - 0 Kommentare

Wer die Grimmschen Märchen liebt, der kennt auch meist Otto Ubbelohde. Hat er doch mit 447 Zeichnungen die beliebte Grimmsche Märchensammlung illustriert und so die Bilder von Schneewittchen, Aschenputtel und all der anderen Märchenfiguren in den Köpfen der Leser mitgeprägt. 1867 in Marburg geboren, lebte der umtriebige Maler, Zeichner und Illustrator von 1900 bis zu seinem Tod im Jahre 1922 in Goßfelden bei Marburg. Dort hat er sich mit seiner Frau Hanna in der Auenlandschaft der Lahn zunächst ein Studio errichtet, dem er in den folgenden Jahren mit zwei Anbauten eine größere Wohnung anfügte.

Ubbelohde hat Märchenbücher und Sagen (z. B. „Deutsche Sagen" der Brüder Grimm) illustriert, auch Volksliederhefte, Gedichtbände („Gedichte" von Joseph von Eichendorff) und andere literarische Werke (z. B. Gogol, Storm).

Auch hat er Kunstmappen geschaffen mit Zeichnungen deutscher Landschaften und Städte, z. B. „Die Wartburg".

Ubbelohde hat aber auch seine Wahlheimat Goßfelden gerne in Gemälden und Zeichnungen festgehalten, so kann man Märchenmotive als solche aus Goßfelden direkt erkennen oder eine Ähnlichkeit feststellen.

In Erinnerung an Otto Ubbelohde wurde in diesem Sommer ein Rundweg „Auf den Spuren von Otto Ubbelohde durch Goßfelden" geschaffen. An 16 Motivstationen mit 18 Tafeln wird nun in Goßfelden auf Motive aufmerksam gemacht, die Otto Ubbelohde in seinen Werken verwandt hat oder die ihm als Vorlage oder Idee gedient haben könnten. Auch wird auf dörfliches Brauchtum und örtliche Geschichte eingegangen.

Bei der feierlichen Einweihung machte sich eine große Schar Neugieriger auf den Weg, der am Ubbelohde-Haus beginnt und sich mit dem Blick in die Auenlandschaft der Lahn fortsetzt. Der Weg führt dann weiter durch das Floss. Der eigentlich ein wenig abseits liegende Dorfweg Floss muss ein beliebtes Ziel für Ubbelohde gewesen sein, denn hier hat er zwei Gemälde geschaffen, die auf den Motivstationen vorgestellt werden.

Ein wenig bergan geht es dann weiter zum Grab von Otto und Hanna Ubbelohde mit der von einem Freund Ubbelohdes – Theodor von Gosen – geschaffenen Grabplatte.

Auf dem Kirchplatz, der einen herrlichen Ausblick in das Lahntal und zum Burgwald und Wollenberg hin bietet, werden auf zwei Tafeln Motive vorgestellt. Auf der einen das Gemälde „Dorfdächer", das einen Blick über das alte Goßfelden zeigt und die Illustration zu dem Märchen „Die wahre Braut", auf dem Hanna Ubbelohde als Modell die auf den Bräutigam wartende Braut darstellt. Eine Goßfeldenerin hat an diesem Tag dort als „wahre Braut" auf der Bank gesessen, so wie Hanna Ubbelohde in der Märchenzeichnung.

Auf der zweiten Tafel wird neben dem Portal der Kirche, das eine Ähnlichkeit mit dem Hauseingang des Reichen in der Märchenzeichnung zu „Der Arme und der Reiche" hat, das Gefallenendenkmal vorgestellt, das 1919 von Otto Ubbelohde entworfen wurde.

Der kurzweilige Rundweg führt die Besucher vorbei an dem Platz, an dem früher das Backhaus stand zur alten Lahnbrücke, der Stelle in Goßfelden, an der Ubbelohde selbst gerne stand und eins seiner Lieblingsmotive im Ort – eben die alte Lahnbrücke – malte und zeichnete, und an der er gerne seine Malschülerinnen und Malschüler anleitete.

In einem Blick von der rechten Lahnseite flussaufwärts auf die Brücke kann man nicht nur Ubbelohdes bekanntestes Bild von dieser Brücke, das Gemälde „Eisbrecher" wiedererkennen, dieser Blick stellt auch die Illustration zum Märchen „Der singende Knochen" dar. Dieses Märchen ist damit das Goßfeldener Märchen.

Eine Führung kann man unter KHGoermar@gmx.de oder 06423/6785 vereinbaren.

Karl Heinz Görmar/Britta Gutsch

Kommentar schreiben

Mein Probe-Abo

Schenken Sie sich gratis zwei Wochen lang zum Kennenlernen das Kasseler Sonntagsblatt.

Jetzt anfordern



Geschichten aus Kleindottersdorf

Das neue Buch von Reinhard Heubner

Jetzt bestellen



Leserreisen

Aktuelle Prospekte 2012

Jetzt anfordern