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Gemeinsam auf Tour

02.06.2016 - 0 Kommentare

Motorradausfahrten gibt es sicherlich unzählige, doch die Tour der Interessensgemeinschaft Jumbo-Fahrt Deutschland e.V. ist eine ganz außergewöhnliche. Motorradfahrer aus ganz Deutschland nehmen Menschen mit Behinderung im Beiwagen ihrer Maschinen mit und ermöglichen ihnen so ein unvergessliches Erlebnis. Am Samstag nach Himmelfahrt stand bereits zum 50. Mal ein solcher Ausflug im Kalender der engagierten Biker rund um Vorsitzenden Volker Grimm.

 

Am Morgen waren 45 Gespanne und 40 Solomaschinen in Hessisch Lichtenau aufgebrochen, um über sehenswerte Umwege zum Themenpark „Kohle & Energie" des Hessischen Braunkohle Bergbaumuseums in Borken zu gelangen. Ein spezieller Reisebus und ein Lkw zum Transport der Rollstühle gehörten ebenso zum Tross, wie vier Motorradpolizisten der Verkehrsinspektion Kassel, die mit weiteren Kollegen für die Absicherung des Konvois sorgten.

 

Die Beifahrer waren überwiegend Bewohner des Zentrums für Integration in Hessisch Lichtenau, einige von ihnen gehörten schon zu den „alten Hasen", wie etwa Nadine Riemer, für die es bereits die 20. Jumbo-Fahrt war. „Man lernt viele nette Menschen kennen, zum Beispiel ihn hier", erzählte die 39-Jährige und lehnte sich an ihren Verlobten Ruben Matlé. Im großen Beiwagen von BMW-Fahrer Torsten Rincke aus Bad Homburg fand das Paar ausreichend Platz für den Ausflug durch Nordhessen.

 

„Die Fahrt dient dazu, Normalität ins Leben dieser Menschen zu bringen", erklärte Organisator Grimm – das bedurfte jedoch eines immensen logistischen Aufwands. Selbstverständlichkeiten, wie der Gang zur Toi-
lette, werden mit mehreren Dutzend Rollstuhlfahrern zur Herausforderung – mithilfe der Betreuer und der Biker klappte alles reibungslos.

 

Museumsleiter Ingo Sielaff und acht Ehrenamtliche führten die Gäste über das Gelände und gaben einen Einblick in die einstige Energieproduktion Nordhessens. Nach interessanten Eindrücken und einem deftigen Eintopf hieß es am Nachmittag wieder „aufsitzen!". Dank zahlreicher fleißiger Hände landete schließlich jeder wieder an seinem angestammten Platz – dann setzte sich der Korso langsam in Bewegung.

 

Zum Abschied winkten Bereitschaftsleiter Patrick Höhle und seine Helfer vom Roten Kreuz Borken den Jumbo-Fahrern vom Straßenrand aus zu, bis die Kolonne mit lautem Getöse in Richtung Hessisch Lichtenau verschwand. Uli Köster

 

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