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Anne Frank - eine Geschichte für heute

02.06.2016 - 0 Kommentare

Mit der Ausstellung „Deine Anne. Ein Mädchen schreibt Geschichte" wollen Schüler der Melanchthon Schule Steinatal an den Holocaust erinnern und darüber informieren. „Wir in dritter und vierter Generation haben keinen direkten Bezug zu dieser Zeit. Direkte Zeitzeugen als Ansprechpartner gibt es nicht mehr. Doch es ist wichtig, dass wir uns damit beschäftigen", sagt Max Fröhlich. Er ist einer von fünf Oberstufenschülern, die sich der Geschichte der Anne Frank widmen. Als sogenannte Peer-Guides führen sie zwei Wochen durch die Ausstellung. Zusätzlich zu ihrem regulären Unterrichtspensum setzen sie sich anhand des Lebens der Anne Frank mit der für Schüler unvorstellbaren und erschreckenden Nazizeit auseinander.

 

In der aktuellen Entwicklung sehen sie Parallelen. „Das Aufkeimen des rechten Flügels birgt Gefahren, so dass so etwas wieder passieren kann", sagt Simon Kropat und findet, dass es wichtig ist, gerade Jugendliche aufzuklären, zu vermitteln, wie schlimm das war, so der Schüler. Dass so etwas nie wieder passieren darf, darüber sind sich alle einig.

 

„Wir wollen Erfahrung und Wissen vermitteln. Das Tagebuch der Anne Frank ist bewegend. Man wird sich bewusst, dass die-
se Person ganz in der Nähe gewohnt hat, nämlich in Frankfurt", erklärt Andrea Philipp.

 

Annelies Marie „Anne" Frank war ein jüdisches deutsches Mädchen, das 1934 mit seinen Eltern und seiner Schwester Margot in die Niederlande auswanderte, um der Verfolgung durch die Nationalsozialisten zu entgehen. Kurz vor dem Kriegsende fiel sie dem nationalsozialistischen Holocaust zum Opfer. In den Niederlanden hatte sie ab Juli 1942 mit ihrer Familie in einem versteckten Hinterhaus in Amsterdam gelebt. In diesem Versteck hielt die 13jährige ihre Erlebnisse und Gedanken in einem Tagebuch fest. Nach dem Krieg wurde es als Tagebuch der Anne Frank von ihrem Vater Otto Frank veröffentlicht.

 

 

 

Erlebnisse
einer Gleichaltrigen

 

 

 

 

„Es war ein Mädchen in unserem Alter, dass nimmt mich besonders mit", meint Schülerin Charlotte Rebmann: „Dass ich mich anhand der Ausstellung mit dem Leben der Anne Frank auseinandersetzen kann, finde ich gut. Auch, dass es in der Schwalm eine solche Ausstellung gibt."

 

Die Schulleitung der Melanchthon-Schule hatte sich um die Ausrichtung der Wanderausstellung beim Anne-Frank-Zentrum Berlin beworben. Planung und Vorbereitung laufen gemeinsam mit der Gedenkstätte Trutzhain, dem Schwalm-Gymnasium sowie anderen Schulen und Bildungsträgern der näheren Umgebung.

 

Die Ausstellung wird begleitet von einem umfangreichen Rahmenprogramm, das von den einzelnen Akteuren mitgestaltet werden kann. Das Konzept der Wanderausstellung beinhaltet die Mitarbeit von Lehrerinnen und Lehrern sowie Schülerinnen und Schülern vor Ort. „Die Ausstellung unterscheidet sich von anderen; Jugendliche führen Gleichaltrige durch das Leben und die Erfahrungen einer Gleichaltrigen", sagt Lenhart Glitzenhirn. Der Oberstufenschüler freut sich auch auf eventuelle Gespräche mit Zeitzeugen, Menschen, die diese Zeit noch erlebt haben.

 

Heike Knauff-Oliver

 

 

 

• Die Ausstellung ist vom 2.6. bis 23.6. 2016 im Kirchsaal des Diakoniezentrums Hephata, in Schwalmstadt/Treysa. So. 11-17 Uhr, öffentliche Führungen am 5., 12. und 19. Juni jeweils 15 Uhr, sowie nach Vereinbarung. Kontakt für Führungen: 06691- 710662 o der per Mail: info@Gedenkstaette-Trutzhain.de

 

 

 

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