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Finanzielle Unterstützung für Sozialarbeit am Lutherplatz

22.07.2015 - 0 Kommentare

 

Kassel. Zwei Jahre nach dem Start des Projekts „Straßenarbeit mit Schlichtungsfunktion" – kurz: SmS – hat sich die Situation auf dem Kasseler Lutherplatz deutlich verbessert. Auf dem Platz, der als Treffpunkt der Drogen- und Trinkerszene galt, sei Dank des Einsatzes von zwei Streetworkern, „ein sensibles Gleichgewicht erzielt worden, das allen Beteiligten ein soziales Miteinander ermöglicht", sagte Angela Waldschmidt, Geschäftsführerin der Drogenhilfe Nordhessen, anlässlich einer Spendenübergabe der Share Value Stiftung, für die Walter Weispfenning kürzlich 10.000 Euro überreichte. Eine Förderung stellte er auch für zwei weitere Jahre in Aussicht.

 

 

 

Seit 2013 organisieren die Streetworker Timo Eichel und Deborah Jellinghaus offene Gespräche zwischen Mitgliedern der Alkohol- und Drogenszene und Anrainern. Zu ihnen gehören auch die Jugendkirche, das evangelische Forum, die Geschäftsstelle der Diakoniestationen, das Seniorenreferat der Evangelischen Kirche in Kassel, die Stadtdekanate und die Verwaltung des evangelischen Stadtkirchenkreises Kassel, der das Projekt zusammen mit der Stadt finanziert.

 

In den Gesprächen diskutierten die Beteiligten die Bedürfnisse, Ärgernisse und Grundregeln des Miteinanders auf dem Platz. „Nachdem sich alle kennengelernt hatten, haben wir gemeinsame Rahmenbedingungen für ein funktionierendes Zusammenleben auf dem Lutherplatz besprochen", erläutern Timo Eichel und Deborah Jellinghaus.

 

Ein wichtiges Thema sei die zunehmende Vermüllung gewesen. Mit Blick daraufhin entwickelten die Streetworker aus einem freiwilligen Engagement von Szenemitgliedern, den Platz zu säubern, in Zusammenarbeit mit der Kirche ein Aufräumprojekt. „Hierbei reinigen die Drogen- und Alkoholabhängigen den gesamten Lutherplatz und erhalten als Entlohnung und Wertschätzung der Arbeit Essensgutscheine für das Café Nautilus, den Kontaktladen der Drogenhilfe", berichten die Sozialarbeiter. So trügen nun die Szenemitglieder selbst einen Teil dazu bei, den Platz sauber zu halten.

 

Dekanin Barbara Heinrich und Stadträtin Anne Janz sind erfreut über „die spürbare Verbesserung der Aufenthaltsqualität." Heinrich, die ihr Büro direkt am Lutherplatz hat, sagt, sie erlebe die Situation ganz unmittelbar. „Durch das Engagement der beiden Mitarbeitenden von SmS gibt es Gespräche und die Vermittlung von Anliegen aller Nutzer und Beteiligten. Das hat die Situation deutlich entspannt. Ich halte das Projekt für unverzichtbar."

 

Stadt und Stadtkirchenkreis haben das Projekt seit 2013 mit rund 50.000 Euro finanziert. Darüber hinaus wurde es durch Spenden möglich. Stadträtin Janz dankte der Share Value Stiftung: „Wir benötigen weitere finanzielle Unterstützung, um das Angebot ganzjährig sicherzustellen."

 

 

Helga Kristina Kothe

 

 

 

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