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Ein Finale nach 36 Jahren Dienstzeit

12.06.2015 - 0 Kommentare

 

Schwalmstadt-Treysa. „Es geht um seine, Jesus, Nachfolge, nicht um meine", machte Pfarrer Peter Göbel-Braun in seiner letzten Predigt klar. Nachfolge bedeute Bewegung und nicht jeder, der gehe sei auf dem Weg und viele, die sitzen, seien schon lange unterwegs. In Sachen Verkündigung und im Dienste am Nächsten „in seiner, Jesu Nachfolge", ist der pädagogische Direktor Hephatas, schon lange unterwegs. Nach 36 Jahren Dienstzeit geht er nun in den Ruhestand. Für seinen Einsatz im Diakoniezentrum erhielt er das Goldene Kronenkreuz, die höchste Auszeichnung, der Diakonie Deutschland.

 

 

 

Zum Abschied mit Festgottesdienst und anschließender Feier kamen rund 150 Gäste, darunter Wegbegleiter aus Kirche, Diakonie, Wirtschaft und Politik in „die Stadt auf den Berg" – die hessische Trutzburg der Barmherzigkeit", wie Göbel-Braun seine Wirkungsstätte humorvoll zitierte. In den verschiedenen Grußworten wurden dem Pädagogen und Theologen Fachlichkeit, Sachlichkeit und vor allem Humor bescheinigt. Doch auch als rebellisch und infragestellend kennt man ihn.

 

 

 

 

Geschenk für Hephata

 

 

 

 

Im tiefsten inneren sei er immer ein Mensch geblieben, der Autoritäten anzweifelt, merkte Oberlandeskirchenrat Rühl positiv an. „Da kommt jemand, der sagt, was Sache ist. Er war ein Geschenk für Hephata und Geschenke sucht man sich nicht aus. Man muss lernen sie zu genießen."

 

Oberlandeskirchenrat Dr. Rainer Obrock betonte den ungewöhnlich langen Zeitraum, in dem Göbel-Braun die Geschicke Hephatas in verschiedenen Positionen und Bereichen begleitet und mitbestimmt hat. Nach seinem Zweiten theologischen Examen und der Ordination als Gemeindepfarrer in Ahnatal-Weimar kam er nach Hephata.

 

„Bei Verabschiedungen von Menschen wie Ihnen, weiß man oft nicht recht, was eigentlich überwiegt: das Bedauern darüber, dass eine erfolgreiche Ära zu Ende geht, oder die Freude darüber, dass sie so erfolgreich war, oder gar die Vorfreude auf das, was vor ihnen liegt", sagte Dr. Andreas Jürgens vom Landeswohlfahrtsverband Hessen.

 

Selbstironisch mit viel Sprachwitz verabschiedete sich Göbel-Braun: „Nicht nur mir verdankt man etwas, ich verdanke anderen noch mehr. Ich weiß, dass ich auch einen Haufen Mist gebaut habe. Zum Glück ist das heute weniger erwähnt worden."

 

Er dankte vor allem den Mitarbeitern Hephatas: „Sie begeben sich bis in die körperliche Unmittelbarkeit, lassen sich anrühren von Sorgen, Nöten und Verzweiflung, sind direkt mit Menschen aktiv." Heinz Erhardt zitierend setzte er einen Schlusspunkt: „Meine Damen und Herren, das war’s"!

 

 

Heike Knauff-Oliver

 

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