aktuelles

Das Leiden sanft lindern

28.05.2015 - 0 Kommentare

Migräne entsteht, ohne dass eine andere körperliche Beschwerde oder Erkrankung sie verursacht. Lange waren die Ursachen unbekannt. Heute weiß man, dass eine Funktionsstörung der Blutgefäße im Gehirn und der sie regulierenden Nerven vorliegt.

 

Psychischer Stress, starke körperliche Belastung oder gar die falsche Ernährung können die bis zu 72 Stunden andauernden Anfälle verursachen. Dabei treten einseitige, starke Schmerzen in den Schläfen auf, der Betroffene ist licht- und geräuschempfindlich, es kann zu plötzlicher Übelkeit bis hin zu Erbrechen kommen.

 

Neben der Behandlung mit traditionellen Medikamenten wie Triptane oder Acetylsalicylsäure gibt es auch andere Methoden das Leiden zu lindern. Mit dem Extrakt aus der Pestwurz-Pflanze, die in Kapselform in Apotheken erhältlich ist, kann die Erkrankung in Häufigkeit und Stärke auf natürliche Weise eingedämmt werden. Die Behandlung sollte mit dem Arzt abgesprochen werden und vier Monaten nicht überschreiten.

 

Begleiterscheinungen der Migräne wie Übelkeit und Erbrechen, aber auch die Schmerzen selbst können mit Akupunktur entscheidend verbessert werden. Um das zu erreichen, muss der Therapeut beim Nadeln berücksichtigen, wo der Schmerz auftritt, danach richtet sich die Wahl der Akupunktur-Punkte.

 

Die asiatische Heilmethode soll nach wenigen Wochen Linderung verschaffen. Sechs Akupunktur-Sitzungen im Wochenrhytmus sollten erste Erfolge zeigen und danach bei Anzeichen der Besserung fortgesetzt werden. Eine Akupunktursitzung mit Beratung kostet in der Regel zwischen 25 und 60 Euro. Manche Krankenkassen übernehmen diese Leistung.

 

Eine weitere Möglichkeit: die Biofeedback-Methode, bei der mittels Elektroden die Körpersignale auf einen Computer übertragen werden. Diese werden entweder visuell auf einem Bildschirm sichtbar oder akustisch bemerkbar gemacht. Dadurch kann der Patient erkennen, wo Fehlfunktionen im Körper vorliegen, um zu lernen, die Beschwerden zu kontrollieren und Gegenmaßnahmen einzuleiten.

 

Etwa zehn bis 15 Sitzungen sind bei einem Heilpraktiker nötig, um Erfolge zu spüren. Migräneanfälle können gelindert oder gar verhindert werden. Allerdings macht diese Therapie nur Sinn, wenn die Sitzungen im Zeitraum eines Migräneanfalls stattfinden. Nur so kann der Therapeut Fehlfunktionen im Körper erkennen, raten Mediziner. Allerdings wird Biofeedback meist nicht von den Kassen bezahlt.

 

Yoga oder Autogenes Training können mögliche Kontroll- und Gegenmaßnahmen für die Beschwerden sein. Beides können Betroffene in Kursen lernen, beispielsweise in Volkshochschulen. Helga Kristina Kothe

 

Kommentar schreiben

Mein Probe-Abo

Schenken Sie sich gratis zwei Wochen lang zum Kennenlernen das Kasseler Sonntagsblatt.

Jetzt anfordern