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Das Kunstprojekt "Jung und Alt" überzeugt mit Originalität

15.05.2015 - 0 Kommentare

 

Kassel. Bunt, fantasievoll, verspielt und originell präsentieren sich die Exponate einer ganz besonderen Ausstellung, die bis zum 24. Mai in den Räumen des Offenen Kanals in Kassel zum Besuch einlädt. Zudem darf man hohes, künstlerisches Niveau attestieren, was zuvor gar nicht das Ziel war. Denn nicht Norm und Können standen im Mittelpunkt, sondern eine liebevolle Allianz: miteinander kreativ sein und einander begegnen, auch wenn man aus ganz verschiedenen Welten kommt.

 

 

 

„Jung und Alt" heißt das Kunstprojekt, das langfristig als Bildungsprojekt in der Region Nordhessen etabliert werden soll. Die Akteure: Menschen, die entweder nicht mehr oder noch nicht im Berufsleben stehen, genauer gesagt: Senioren, die Gäste der Tagespflege Gesundbrunnen in Hofgeismar sind, und Kinder der Kita „Hohes Feld". Es ist ein wunderbares Projekt, eins das Schule machen sollte. Dieses Projekt findet gleichzeitig in fünf Altenpflegeeinrichtungen und Pfarrgemeinden in der Region Nordhessen unter Leitung von Dipl.-Kunstlehrerin Olga Honl statt.

 

 

 

 

Bunte Vielfalt

 

 

 

 

Die Ergebnisse dieser besonderen Kreativ-Teams spiegeln sich in der Ausstellung im Offenen Kanal wieder. Eine Freude, sie zu besuchen. Man kann nur staunen, was die kleinen und die reifen Schöpfer gemeinsam in der Kreativwerkstatt der Ev. Altenhilfe alles in Form und Farbe gegossen haben.

 

Tolle, fantasievolle Acrylgemälde schmücken die Wände – Eindrücke aus der Natur- und Tierwelt. Ob eine zarte Kinderhand oder ein reifer, fantasievoller Senior den Pinsel führte, ist kaum zu unterscheiden. Sogar mit Zahnpasta wurde gemalt.

 

Weitere Exponate: Modellierte Selbstportraits in Form von Ton- oder Gipsköpfen, bemalte Ikea-Tische und Lampen, ja sogar eine peppig bunte Rollatoren-Parade, im Kreis formiert und mit Luftschlangen, Quietscheklingeln, Schmusedecken und vielem mehr geschmückt.

 

Gut 40 Besucher im Alter von vier bis 80 Jahren kamen zur Vernissage am 24. April in den Offenen Kanal Kassel. Die künstlerische Leiterin, Dipl. Kunstlehrerin Olga Honl, führte in das Projekt ein und reichte das Mikrofon weiter, unter anderem an den Gerontologen Professor Dr. Werner Vogel, dessen Ausführungen die Seele des Projekts in Worte fassten: „Wenn Jung und Alt zusammen kommen, dann geht es um Gefühle, auch um die Sinnesorgane. Man hört sich zu, man fasst sich an und das tut gut. Fangen sie an, etwas zu erschaffen und gemeinsam – Alt und Jung – macht es am meisten Spaß."

 

 

 

 

Kleine Reporter

 

 

 

 

Videoaufzeichnungen unterstrichen die Worte von Prof. Vogel, zeigten herzliche Bilder: Kinder mit Mikrofonen in den Händen befragen Senioren: „Was machst Du hier?", will ein Knirps wissen. „Ich ruhe mich aus", antwortet der Herr im hohen Alter schmunzelnd. Ein anderer Senior erzählt, dass seine Frau immer noch das gemeinsame Auto fährt. Die Kinder hören aufmerksam zu.

 

Später sitzen sie neben den Senioren an einem langen Tisch und gestalten gemeinsam Kunst. Schöne Bilder, berührende Bilder, eine sinnvolle Gemeinschaft. Auch Olga Honl unterstreicht das: Einige Kinder haben keine Oma oder keinen Opa mehr und einige Senioren keine Enkelkinder „jetzt irgendwie schon".

 

 

Steve Kuberczyk-Stein

 

 

 

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